worüber hier geschrieben wird.
raum für kulinarische angelegenheiten
kochen. beobachten. erzählen.
über Märkte, Produkte und eine aufmerksame Beziehung zum Essen
Diese Seiten verstehen Essen nicht als Leistung, Lifestyle oder moralische Pflicht. Essen ist eine Form der Aufmerksamkeit. Für das, was vor einem liegt. Für die Menschen, die es erzeugt haben. Und für den eigenen Geschmack.
Gute Esskultur entsteht nicht durch Rezepte, Trends oder Programme. Sie entsteht dort, wo jemand hinschmeckt.
Hier versammelt sind Essays, Marktporträts und Texte über Lebensmittel, Handwerk und Urteilskraft. Weniger Anleitung, mehr Haltung.

ich arbeite ohne newsletter
Jede Woche landen neue Texte auf dieser Seite. Ältere Stücke verschwinden ins Archiv, weil hier nichts für die Ewigkeit rumsteht. Wer zu spät kommt, liest halt das nächste. Lesen. Verstehen. Nachdenken.
marktreise
Märkte, Hallen und Kulturen
Wer eine Stadt verstehen will, sollte nicht mit ihren Sehenswürdigkeiten beginnen. Sondern dort, wo Kisten geschleppt, Fische ausgenommen, Kräuter gebündelt und Preise verhandelt werden. Dort, wo die Luft nach Salz, Erde, Blut, Reife und Gärung riecht.
küchenhandwerk
Was Leben am Herd mit einem macht
Zwischen Hitze, Haltung und Geiz
Viele sprechen vom Fachkräftemangel in der Gastronomie, als wäre er ein Naturgesetz. Er ist keines. Er ist hausgemacht.
erben des Feuers
Über Küchen, Körper und den Preis der Leidenschaft
Kerzenlicht. Poliertes Glas. Ein Kellner, der genau weiß, wann er lächeln muss. Aus der Küche kommt dieses Geräusch, das alle beruhigt: Metall auf Porzellan. Kontrolle. Präzision. Versprechen.
echt jetzt
Warum Gastronomie gesellschaftlich relevant ist
Ein Restaurant ist kein Konsumraum im herkömmlichen Sinne, kein Ort, an dem jemand etwas kauft und wieder geht. Es ist ein sozialer Infrastrukturpunkt,
vom essen her
Die meisten Texte über Essen handeln vom Kochen. Von Techniken, Rezepten, Zutaten. Vom Aufwand, der Leistung, dem Ergebnis. Der Mensch, der am Ende am Tisch sitzt, kommt selten vor.
Diese Serie fängt dort an, wo die anderen aufhören: beim Essen selbst. Bei der Frage, was es bedeutet, gut zu essen — nicht gut zu kochen. Bei den Märkten, den Entscheidungen, dem Urteil. Bei dem, was man braucht, und dem, was man sich bloß eingeredet hat zu brauchen.
Es gibt dafür noch keinen Begriff. Vielleicht braucht es keinen.
marktreise
Märkte, Hallen und Kulturen
1981 im Lehrbetrieb. Halb fünf morgens. Kartoffeln, Karotten, eine falsche Waage. Kein Küchenchef, keine Erklärung.
Das war die erste Lektion: Kochen beginnt nicht am Herd. Es beginnt davor, mit dem, was jemand angebaut, gefischt, gezüchtet, geerntet hat. Technik, Hitze, Timing: das ist Reaktion. Nicht umgekehrt.
Marktreise liest Märkte so, wie Köche Produkte lesen: genau, ohne Vorurteil, mit dem Wissen, dass das Offensichtliche selten das Interessanteste ist. Was eine Stadt wirklich isst. Was fehlt. Wer handelt, und unter welchen Bedingungen. Tokio, Panama City, São Paulo, Kapstadt: jeder dieser Orte hat etwas gezeigt, das am Herd nicht zu lernen war.
Wer das lesen will, ist willkommen. Alle anderen haben das Internet.
Mercat de Sant Josep de la Boquería und Mercat de Santa Caterina
Barcelona. Zwischen Auslage und Arbeit: Eine Stadt, zwei Märkte, ein System
küchenhandwerk
Ein Dienst am Herd sagt mehr über einen Koch als jeder Lebenslauf. Wie er schneidet, wenn niemand zuschaut.
Wie er mit Druck umgeht, wenn die Bestellungen sich stauen. Was von ihm übrig bleibt, wenn die Schicht zu Ende ist.
Küchenhandwerk schreibt über das, was Köche können müssen und wie sie es lernen. Über Mise en place als Disziplin. Über Lehrjahre, die ihren Namen verdienen. Über Techniken, die man nicht aus Büchern lernt, und Fehler, die man nur einmal machen darf.
Schicht für Schicht. Herdplatte für Herdplatte.
Der Preis hinter dem Teller
Über Druck, Leidenschaft und die Frage, was eine Branche ihren Menschen schuldet
erben des feuers
1981, Böttcherstraße, Bremen. Erster Arbeitstag im Flett. Der Küchenchef stellte keine Fragen. Er zeigte auf den Herd und sagte: Fang an.
Seitdem habe ich in Dampf gestanden, in dem andere längst aufgegeben haben. Teller angerichtet, die gefeiert wurden. Suppen gekocht, die niemand fotografiert hat. Beides gehört zum Beruf. Beides hat mich gelehrt, was Demut bedeutet.
Die Gastronomie liebt den Glanz. Ich kenne die Rückseite: Hitze, Druck, Eitelkeit und ein System, das Menschen verschleißt, während es von Leidenschaft redet. Ich bin geblieben, weil Kochen Haltung verlangt. Keine Romantik. Eine Entscheidung, die man täglich neu trifft.
Erben des Feuers erzählt, was hinter der Kulisse passiert, die Gäste nie zu Gesicht bekommen. Altersarmut nach Jahrzehnten am Herd. Der unsichtbare Maschinenraum der Spülküche. Die Lügen rund um Trinkgeld und Küchenromantik.
Meine Perspektive ist die eines Menschen, der geschwitzt, geflucht und trotzdem nie aufgehört hat, diesen Beruf zu lieben. Schonungslos und konkret, ohne Anklage um der Anklage willen.
Was bleibt, ist ein ehrliches Bild einer Branche, die von außen glänzt und von innen brennt.
Am Anfang stand das Feuer
Vom ersten Verrat an der Natur
Die erste Verbrennung vergisst niemand. Nicht den Schmerz, sondern den Geruch. Versengte Haut riecht süßlich, fast karamellisiert. Wer zum ersten Mal am Herd steht, acht Stunden in eine Schicht hinein, lernt diesen Geruch, bevor er irgendetwas anderes lernt. Das Feuer ist nicht Metapher. Es ist das Erste, was der Körper begreift. Lange bevor es ein Beruf wurde, war es das.
Der Herd und die Ordnung
Wie aus Not ein System wurde
Der Herd ist kein romantischer Ort.
Er ist nicht das warme Zentrum der Familie, als das er später gern erzählt wurde. Die nachträgliche Veredelung eines ziemlich nüchternen Gegenstands.
Antike Küche, antike Macht
Rauch, Rang und der Preis des Essens
Die Antike war keine goldene Zeit des guten Geschmacks. Zumindest nicht in dem glatten Sinn, in dem später gern darüber gesprochen wurde. Wer sich die römische Küche als Vorform moderner Feinschmeckerei vorstellt, verwechselt kulturelle Raffinesse mit historischer Romantisierung.
echt jetzt
Kein Trend. Kein Filter. Nur Meinung.
Hier geht es um Kochhandwerk, Gastro und den täglichen Irrsinn dazwischen. Um Selbstdarstellung, Pfusch, Küchenromantik und den ganzen Rest, der sich oft wichtiger nimmt, als er ist. Keine heilige Kuh bleibt stehen. Kein Wohlfühlgedöns. Nur eine Meinung, die manchmal wehtut.

Hört auf, Gewalt in der Küche romantisch zu finden
Ein Meinungsbeitrag zum Rückzug von
Noma-Chef René Redzepi
Wieder meldet sich ein Küchenchef zu Wort, entschuldigt sich, tritt zurück. Und wieder tut die Branche überrascht. Nach vierzig Jahren in der Berufsküche überrascht mich daran nichts. Überraschen würde mich nur eines: wenn es die letzte Geschichte dieser Art wäre.
Warum gutes Kochen seinen Preis haben muss
„Geiz ist geil“ hat eine ganze Generation geprägt. Der Satz funktionierte, weil er ehrlich war: Billiger ist besser. Mehr für weniger. Der Markt wird’s schon richten. In der Gastronomie richtet er nichts. Er zerstört.
Die Food Blogger Hölle
Warum in der Gastronomie das Licht oft wichtiger ist als die Jus
Früher galt in der Profiküche eine einfache Regel: Sobald der Teller den Pass verlässt, beginnt der Wettlauf gegen die Zeit. Heute wird dieser Wettlauf nicht mehr am Tisch gewonnen. Er wird im Porträtmodus verloren.